ElektroG nimmt auch Online-Händler in die Pflicht

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Vorteil für Verbraucher: Weil Elektrogeräte einerseits wertvolle Rohstoffe enthalten, die nach Gebrauch recycelt werden sollten, bei unsachgemäßer Entsorgung aber die Umwelt verschmutzen, haben sich die Hersteller und der Handel auf eine geregelte Rücknahme von Altgeräten verständigt. Ab 24. Juli 2016 gilt nun das neue Elektrogesetz (ElektroG). Es zwingt Händler, ausgediente Geräte beim Kauf eines neuen zurücknehmen und die ordnungsgemäße Entsorgung zu garantieren.

Kunden können bei jedem Neukauf, ihre Altgeräte in Läden mit einer Fläche von über 400 Quadratmeter kostenlos zurück geben (so genannte 1:1 Entsorgung). Kleingeräte (unter 25 Zentimeter Kantenlänge) müssen Händler selbst dann zurücknehmen und kostenfrei entsorgen, wenn der Kunde gar kein neues Gerät will (so genannte 0:1 Entsorgung).

Diese Pflicht für Händler oder Handwerker, die selbst auch Geräte vertreiben, gilt nun erstmals auch beim Online-Kauf. Versender müssen einen Ort für die Rücknahme benennen, der – so verlangt es das ElektroG - „in zumutbarer Entfernung“ für den Käufer liegt. Hier können die Kunden ihr Altgerät abgeben. Dafür muss der Händler mit Kooperationspartnern zusammen arbeiten, denn kein Online-Versender darf sich aus der Verantwortung stehlen und die Rücknahme etwa auf einen öffentlichen Wertstoffhof abwälzen. „In der Regel wird er wohl das Altgerät bei der Lieferung des neuen durch seinem Paketdienstleister abholen lassen“, hofft Stefanie Kutzera vom Branchenverband BITKOM.

Kurz vor der Einführung der neuen Rücknahmepflicht auch für Onlinehändler sei das Verfahren zwar auf dem Papier unzweideutig geregt, sagt die Expertin: „Wie die Praxis laufen wird, bleibt abzuwarten.“ Ob die Händler die Geräte dann richtig recyceln, hänge wohl auch vom Preis für die darin enthaltenen Rohstoffe ab. Bislang klaffen die Gesetzestexte und die Wirklichkeit bei der Verwertung der Elektrogeräte oft auseinander. Viele landen in Straßengräben in Entwicklungs- oder bei Hinterhof-Entsorgern in Schwellenländern. Dort sind sie eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Das deckte erst jüngst eine Recherche des Basel Action Network auf, über die der Reparatur-Blog berichtete.

 

Gerd Pfitzenmaier